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KAMPFMITTELVORERKUNDUNG


Die Auswertung historischer Luftbilder aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs bzw. der frühen Nachkriegszeit ist ein wichtiges Hilfsmittel bei der Erkundung von Baugrundstücken bzw. Liegenschaften hinsichtlich einer potentiellen Kampfmittelbelastung des Untergrundes. Dafür notwendige Erkenntnisse werden beispielsweise über gezielte Recherchen und Auswertungen von relevanten kriegshistorischen Dokumenten sowie Sekundärquellen gewonnen. Ziel ist es, Hinweise auf Luftangriffe der Alliierten bzw. Bodenkämpfe im Laufe des Zweiten Weltkrieges zu erhalten, insbesondere in Bezug auf die zeitliche Verteilung, Angriffsziele, Schadensdokumentationen, Bombentypen und Artilleriebeschuss.

Die Luftbildauswertung erfolgt grundsätzlich stereoskopisch sowie multitemporal, im besten Fall über das gesamte Kriegsgeschehen hinweg, einschließlich der frühen Nachkriegszeit. Daher ist es notwendig die Verfügbarkeit dieser Bilder zu überprüfen, um Zugriff auf möglichst viele historische Luftbildaufnahmen zu erhalten. Neben einem firmeneigenen Luftbildbestand ist vor allem der Zugriff, basierend auf aktuellen Rechercheergebnissen, auf das US-amerikanische Nationalarchiv NARA sowie die beiden britischen Luftbildarchive ACIU und JARIC von großer Bedeutung. Weitere Archive mit Alliiertem Bildmaterial befinden sich in den Niederlanden (Emmen/Zwolle) sowie in Kanada. Aus dieser Zusammenschau ist es möglich gezielt die relevanten Befliegungen für den jeweiligen Standort herauszusuchen und somit eine optimale Abdeckung des Gebietes zu gewährleisten.

Hauptziel der Interpretation von Luftbildern ist die Ermittlung der Kampfmittelbelastung des Untergrunds. Neben Blindgängerverdachtspunkten stehen unter anderem Bombenkrater, beschädigte Gebäude, Flakstellungen, Flächen mit Hinweisen auf Artilleriebeschuss, Laufgräben etc. im Fokus der  Luftbildauswertung. Die Richtigkeit der Interpretation ist dabei von großer Wichtigkeit für die mögliche anschließende Kampfmittelbergung bei einem Bombenfund. Die Korrektheit ist neben der Erfahrung der Luftbildauswerter zu einem wesentlichen Teil abhängig vom verfügbaren und verwendeten Bildmaterial abhängig. Weitere relevante Aspekte sind hier beispielsweise die Anzahl der Befliegungen (Vergleichsmöglichkeiten), die Stereoskopie der Befliegungen (räumlicher Eindruck sowie Ausschluss von Bildfehlern), möglichst Abdeckung des gesamten Kriegsgeschehen einer Region, Maßstab und Qualität der verwendeten Luftbilder, Beschaffung aus Primärarchiven, Nutzung der Möglichkeiten der modernen digitalen Bildbearbeitung. Die Ergebnisse der Luftbildauswertung werden in Beziehung gesetzt zu den ermittelten Informationen aus Aktenunterlagen, Fachliteratur, Sekundärliteratur, Zeitzeugenaussagen bzw. Gemeindeaussagen. Anschließend erfolgt eine Bewertung der potentiellen Kampfmittelbelastung für die jeweiligen Liegenschaften bzw. Baugrundstücke.

Die Vorgehensweise bei der Kampfmittelvorerkundung wird in Österreich seit 2012 durch die ÖNORM B 1997-2 (ONR 24406-1) geregelt. Diese sieht die Durchführung einer Vorstudie bzw. einer Vertieften Vorstudie vor. Nach der Luftbildauswertung erfolgt für das jeweilige Baugrundstück gemäß den geltenden Richtlinien eine Festlegung von Gefährdungszonen (rot, gelb, grün) zur potentiellen Kampfmittelbelastung differenziert nach Luft- und Bodenkrieg. Die folgende schematische Darstellung zeigt den Ablauf einer Kampfmittelvorerkundung in Anlehnung an die ONR 24406-1:


 
Für die gezielte und systematische Luftbildauswertung steht ein breites Spektrum an Auswertungsverfahren zur Verfügung. Für Stereo-Bildinterpretation, Kartierung und Photogrammetrie verwenden wir die Produkte: ERDAS (Hexagon Geospatial), Stereo Analyst (Intergraph), ArcGIS (Esri)

 

  • Stereo-Bildinterpretation mit hochwertigen optischen Systemen
    (ERDAS, STEREOANALYST)
  • Stereo-Kartierung mit analytischen Kartiersystemen
    (ERDAS, STEREOANALYST)
  • Digitale Photogrammetrie und Bildkartierung.
    (ERDAS, ArcGIS)
 
PARTNER
Sollten im Rahmen einer Auswertung luftsichtige Spuren von Kampfmittelbelastungen erfasst werden, so unterstützen Sie unsere Partner bei technischen Methoden der Kampfmittelbergung vor Ort:

- EOD Munitionsbergung GmbH

- SCHOLLENBERGER Kampfmittelbergung GmbH

- UXBconsult GmbH

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